Allgemein | Oma Marlies

Ein Kräuterbund bringt Segen für ein gutes Jahr in Haus und Hof.

März 24, 2017

Dieser Brauch geht zurück auf eine Legende aus der Bibel, nach der die Aposteln 3 Tage nach Marias Grablegung sie besuchen wollten und nur das leere geöffnete Grab vorfanden. Es war jedoch nicht ganz leer: überall lagen Kräuter verstreut und Madonnenlilien und Rosen wuchsen beim Grab. Um Marias Segen für das kommende Jahr zu erbitten, sammeln die Kinder in den Tagen vor Maria Himmelfahrt Kräutersträuße. Diese werden in der Messe an Maria Himmelfahrt gesegnet. 

Zu einem richtig guten Kräuterstrauß gehörten jede Menge Heilkräuter und von jedem Korn ein Halm. Die genaue Menge der Kräuter weiß ich nicht mehr aber es kam mir so vor als wären es mindestens 40 verschiedene Zutaten gewesen. Der Strauß war jedenfalls sehr dick am Ende für Kinderhände. Bei den Kornsorten musste es mindestens einmal Gerste, einmal Roggen, einmal Weizen und einmal Hafer sein.

So muss ein Kräuterbund aussehen: Mit Minze, Lavendel, Zitronenmelisse, Thymian, Basilikum, Salbei, Rosmarin, Weinraute, Kamille, Bohnenkraut, Estragon, Roggen, Weizen, Gerste. Und in der Mitte eine Königskerze!

An Maria Himmelfahrt, am 15.08. eines jeden Jahres wurden im westfälischen Salzkotten Kräuterbunde gesegnet.

Der Ehrgeiz war, so viele Kräuter wie möglich zu ergattern und den 40 unterschiedlichen Sorten so nahe wie möglich zu kommen. Dazu gehörten z.B. Schafgarbe, Kamille, Minze und Bohnenkraut die man im Garten fand. Richtig fein raus war man jedoch erst wenn in der Mitte eine Königskerze prangte. Die war gar nicht so einfach zu finden. Genauso wie der Fuchsschwanz – eine einjährige Pflanze auch Amaranth genannt – den man nur im Nachbardorf bei einer freundlichen Frau aus ihrem Garten erhielt. Mit allem zusammen ging es an Maria Himmelfahrt in die Messe, wo der Priester die Sträuße segnete. Sie sollten Segen und Sicherheit für Haus und Hof für das kommende Jahr bringen. So glaubte man z.B. auch damit besser vor Blitz geschützt zu sein. Die Sträuße wurden nach der Messe mit nach Hause genommen und überall verteilt. Ein Teil wurde in der Küche im Haus aufgehangen und ein Teil war für die Sicherheit des Viehs im Stall angebracht worden. Noch heute gibt es diesen Brauch in Salzkotten und vor allem in Bayern.

Auch in Düsseldorf muss ich nicht auf die Kräutersegnung verzichten: Die Pfarre in Benrath segnet jedes Jahr vor der herrlichen Schlosskulisse im Benrather Schlosspark mitgebrachte Kräuterbunde. Natürlich kann man auch vor Ort welche kaufen, aber da habe ich doch noch den kindlichen Ehrgeiz in mir einen eigenen Strauß zu sammeln! Termin dieses Jahr: 16.08.15 10 Uhr im Schlosspark Benrath

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